Stuhlkonflikt

Drei Kleingruppen bekommen unterschiedliche Aufgaben, was mit den Stühlen passieren soll. Somit entsteht ein künstlich hergestellter Konflikt.
6 bis 100+ Teilnehmende
10 bis 18+ Jahre
Indoor und Outdoor
10 bis 30 Minuten

Beschreibung

Die Gruppe steht in einem Kreis und in der Mitte des Kreises stehen etwa zehn bis zwanzig Stühle. Die Gruppenleitung teilt die Teilnehmenden in drei gleich große Gruppen ein und achtet darauf, dass die Kleingruppen einen möglichst großen Abstand zueinander haben. Nun zeigt die Gruppenleitung jeder Kleingruppe einen Zettel, auf dem je eine Aufgabe steht:
1) Stühle hinlegen
2) Stühle in eine Reihe
3) Stühle stapeln


Jede Kleingruppe hat also eine andere Aufgabe und kennt die Aufgaben der anderen zwei Kleingruppen nicht. Das wird jedoch nicht kommuniziert. Denn es handelt sich um ein soziales Experiment. Wichtig: Während der gesamten Übung darf nicht gesprochen werden. 
Haben alle ihre Aufgabe verstanden, geht es los. Die Teilnehmenden gehen in die Mitte und versuchen, ihre Aufgabe mit den Stühlen zu lösen. Jetzt ist es die Aufgabe der Gruppenleitung, gut zu beobachten und ggf. zu intervenieren. Denn je nach Gruppe und Stimmung kann der Stuhlkonflikt sehr eskalieren. Bis zu einem bestimmten Punkt, ist die Eskalation willkommen. Vielleicht schafft die Gruppe es selbst, die Lösung zu finden, bei der alle drei Aufgaben erfüllt sind: Die Stühle liegen am Boden aufeinandergestapelt.
Oder es eskaliert so weit, dass die Gruppenleitung interveniert und beispielsweise sagt: „Freeze, bitte bleibt kurz stehen und versucht Eure Wahrnehmung in den nächsten Minuten, wenn es gleich weitergeht, auf die ganze Gruppe zu richten. Was fällt Euch auf?“ Eskaliert es weiter, so kann ein Tipp gegeben werden: „Könnte es eine Lösung geben, die für alle in Ordnung ist?“ Meistens geht es dann sehr schnell, dass die Stühle liegend gestapelt werden.  
Reflexion
Da es sich um ein soziales Experiment handelt, sollte es im Anschluss genügend Zeit für die Reflexion geben. Hierbei kann gefragt werden:

  • „Was ist Euch während der Übung aufgefallen?“
  • „In welcher Rolle hast Du Dich erlebt?“
  • „Wann hast Du erkannt, dass es eine Lösung gibt, bei der alle drei Aufgaben erfüllt sind?“
  • „Was fandest Du bei der Übung erstaunlich?“
  • „Wie hast Du die Gruppe wahrgenommen?“
  • „Was zeigt uns die Übung?“
  • „Kennst Du Situationen aus Deinem Leben, in denen eine ähnliche Dynamik wie beim Stuhlkonflikt da ist? Falls ja, was möchtest Du in Zukunft anders machen?“



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